Aktuell / 20.07.2012

Kohlendioxidspeicher im Meeresboden der Nordsee

Aufbauende Expeditionen

Für ROV KIEL 6000 ist die flache Nordsee ein eher ungewöhnliches Arbeitsgebiet. ©GEOMAR

Erstes Ziel während der Expedition mit der CELTIC EXPLORER ist das seit über zehn Jahren auch für die CO2-Speicherung genutzte norwegische Feld „Sleipner“ in der nördlichen Nordsee, wo bereits im Jahr 2011 erste Untersuchungen mit dem Kieler Forschungsschiff ALKOR zu möglichen Gasaustritten am Meeresboden durchgeführt wurden. Im Jahr 2012 finden allein vier Expeditionen im Rahmen von ECO2 in diesem Gebiet statt. Im Frühjahr hatten Forscher des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie Bremen mit dem Forschungsschiff HEINCKE Untersuchungen in der Nähe von „Sleipner“ durchgeführt, Anfang Juli ging eine Expedition mit dem norwegischen Forschungsschiff G.O. SARS zu Ende. Im September folgt eine weitere Expedition mit dem britischen Forschungsschiff JAMES COOK. „Die Expeditionen sind so geplant, dass sie aufeinander aufbauen. So können wir die kostbare Schiffszeit am effizientesten nutzen“, erklärte Dr. Linke.

Bei der aktuellen Fahrt mit der CELTIC EXPLORER befinden sich neben dem ROV KIEL 6000 auch zwei autonome Meeresbodenobservatorien (Lander) und weitere Spezialgeräte zur Beprobung des Meerwassers und des Meeresbodens an Bord. „Wir haben sieben Container mit unserer Ausrüstung nach Bremerhaven geschickt, wo das gesamte Instrumentarium an Bord der CELTIC EXPLORER verladen und installiert wird“, berichtete Dr. Linke von den Vorbereitungen für die Fahrt.

Eine Besonderheit dieser Reise ist, dass in der Nähe von Sleipner ein CO2-Freisetzungsexperiment am Meeresboden durchgeführt wird, um die Ausbreitung einer begrenzten Menge von CO2 im Meerwasser zu verfolgen. „Gleichzeitig können wir damit die Empfindlichkeit unserer Sensoren testen“, so Dr. Linke. Neben Sleipner wird aber auch der sogenannte Blowout-Krater im britischen Sektor der Nordsee untersucht, wo seit mehr als 20 Jahren nach einem missglückten Bohrversuch größere Mengen Methan austreten. „Das ist wie ein, allerdings unfreiwilliges, Langzeit-Freisetzungsexperiment. Es gibt uns die Möglichkeit abzuschätzen, wie viel Methan am Boden austritt und sich in der Wassersäule verteilt“, erklärte der Kieler Meeresbiologe Linke. Von besonderem Interesse ist dabei, ab wann sich dort Mikroorganismen ansiedeln, die in der Lage sind, das austretende Methan abzubauen und damit verhindern können, dass dieses Klimagas letztendlich in die Atmosphäre gelangt.

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