Standpunkt / 22.11.2010

Druckluftspeicher: ADELE-Demo-Anlage im Staßfurter Salzstocks

Ein Kommentar von Gerd Jäger, Vorstand von RWE:

Prof. Dr. Gerd Jäger ist im Vorstand der RWE Power zuständig für den Bereich Forschung und Entwicklung. Bild: RWE

 

„Wir brauchen intelligente Lösungen, um Strom sicher, effizient und in großen Mengen zu speichern. ADELE soll ein innovativer Baustein für eine auch in der Zukunft sichere Stromversorgung sein“, sagt Prof. Dr. Gerd Jäger. Er ist im Vorstand der RWE Power zuständig für den Bereich Forschung und Entwicklung und kommentiert das Vorhaben ADELE:

 

"Physikalisch ist es leider nicht möglich, Strom leicht zu bevorraten. Allerdings gibt es bereits Lösungen wie Pumpspeicherkraftwerke und Batterien. Das Potenzial der Pumpspeicher-Anlagen ist leider sehr begrenzt und auch Batterien sind viel zu klein, um die benötigten Strommengen zu speichern. Daher müssen neue Techniken entwickelt werden.

 

Während man bei Pumpspeicherkraftwerken das Medium Wasser verwendet, ist es beim Druckluftspeicher, wie der Name schon sagt, Luft. Für dieses zukunftsweisende Projekt hat RWE Power, gemeinsam mit den Partnern General Electric, Züblin und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bisher eine Idee durchgeplant und ein Konzept weiter entwickelt. Das Besondere an diesem Konzept besteht darin, dass die bei der Verdichtung der Luft entstehende Wärme nicht einfach an die Umgebung abgegeben, sondern genutzt wird. Jetzt soll die Realisierung einer Demonstrationsanlage in Staßfurt erfolgen. Hierzu sind allerdings noch viele Voraussetzungen zu schaffen. Dies sind im Wesentlichen: Das erfolgreiches Abschließen der technischen Untersuchungen und Planungen, die Finanzierung einschließlich der erforderlichen Förderung und die Geologie des Standortes.

Guter Standort: Staßfurt

Dass wir ADELE als neue, innovative Speichertechnik ausgerechnet in Staßfurt erstmalig realisieren wollen, hat eine Reihe guter Gründe: Unsere bisherigen grundlegenden Standortanalysen haben gezeigt, dass die Salzformation des Staßfurter Sattels für den geplanten Druckluftspeicher besonders gut geeignet ist. Die vorhandenen Kavernen machen den Standort zur ersten Wahl für die Demonstrationsanlage.

 

Die Struktur des Salzstocks, der heute vom Sodawerk Staßfurt zur Solegewinnung und von der RWE Gasspeicher GmbH zur Erdgasspeicherung genutzt wird, ist sehr gut bekannt und erkundet. Die aktuellen Nutzungen werden im Übrigen nicht berührt.

 

Eine vorhandene Kaverne könnte, nach entsprechender Anpassung, für die Aufnahme der Druckluft genutzt werden. Zudem: Staßfurt liegt in einer Region mit einer Vielzahl von Windparks; in Zeiten niedriger Stromnachfrage kann überschüssige Energie zur Befüllung des Speichers genutzt werden – bei Flaute und entsprechender Nachfrage wieder ins Stromnetz eingespeist werden. Die Kavernen im Staßfurter Salzstock bieten also beste Bedingungen für unser Forschungsprojekt.“

Aktuell geförderte Projekte:

Video zu ADELE

Eine Animation zur Funktionsweise von ADELE bietet RWE an.