Aktuell / 13.12.2012

CO2-Abscheidung: Waschmittel mit doppelter Kapazität

Pilotphase soll Kosten klären

Daten zur Charakterisierung des Waschmittel erfasst Evonik-Ingenieur Alexander Schraven über rund 50 Messsensoren.
Daten zur Charakterisierung des Waschmittel erfasst Ingenieur Alexander Schraven über rund 50 Messsensoren. Foto: Christina Geimer

Derzeit unterstützen Chemiker und Ingenieure der Universitäten Duisburg-Essen und Erlangen-Nürnberg die Untersuchungen. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt EffiCO2 mit rund 2,5 Millionen Euro. Im April 2013 läuft das Forschungsprojekt aus. Doch die Industriepartner Evonik und STEAG wollen die Testanlage weiter betreiben. Anschließen soll sich eine Pilotphase mit den Waschmitteln.

 

Eine Pilotanlage würde auch zeigen, wie hoch die Kosten für die CO2-Wäsche tatsächlich sind. Derzeit gehen Forscher davon aus, dass der Preis pro Tonne abgetrenntes CO2 bei 50 Euro, plus/minus 30 Prozent liegen müsste, um eine Anlage wirtschaftlich zu betreiben. Zurzeit liegt der Zertifikatspreis bei circa acht Euro pro Tonne CO2.

 

Um aus dem Rauchgas eines 500-MW-Bestandskraftwerks 90 Prozent der CO2-Mengen abzutrennen, ist ein Waschmittelstrom von ca. 6.000 t/h nötig. Dieser wird innerhalb des Wäschers im Kreislauf gefahren. Aus dieser Dimension einer großtechnischen Anlage folgt, dass die Wäsche eine hohe zusätzliche Investition erfordert.

 

Allein der Energiesektor der Europäischen Union emittierte nach Daten aus dem Jahr 2007 rund 1,5 Milliarden Tonnen CO2. Die weltweiten, anthropogenen CO2-Emissionen betrugen 2010 etwa 34 Milliarden Tonnen. Diese Zahlen verdeutlichen ein globales Problem: Denn weltweit steigt der Energiebedarf. Dieser wird maßgeblich von fossilen Kraftwerken gedeckt. Ingenieur Matthias Schneider, Projektleiter bei STEAG, sieht daher vor allem Exportchancen für die Technik.

Aktuell geförderte Projekte:

Projekleitung

Evonik Industries AG
Dipl.-Ing. Alexander Schraven
Paul-Baumann-Straße 1
45772 Marl
Telefon +49 2365 49-5751
Telefax +49 2365 49-805751
alexander.schraven@evonik.com
www.evonik.com

EffiCO2

Das Projekt "Neue Absorbentien zur effizienteren CO2-Abtrennung" (EffiCO2) wird vom Bundesforschungsministerium unter den Förderkennzeichen 01RC1003 A bis C unterstützt.