Aktuell / 24.08.2011

Bundesregierung: Neue Weichenstellung nach Energiewende

Umstrukturierung von COORETEC

 

Die Aktivitäten der COORETEC-Initiative werden durch einen Beirat mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik begleitet. Der Beirat erarbeitet forschungsstrategische Empfehlungen und verfolgt den Fortschritt der Arbeit. Neben den nationalen Forschungsprojekten werden auch europäische und internationale Aktivitäten berücksichtigt.

 

Thematisch gliedert sich die COORETEC-Initiative in vier Arbeitsgruppen. Die COORETEC-Arbeitsgruppen befassen sich mit der Entwicklung und Optimierung von Kraftwerksprozessen. Ergänzend widmet sich die AG Turbo der Komponentenentwicklung für Turbomaschinen.

 

Die künftigen Maßnahmen des Förderschwerpunktes „Kraftwerkstechnik und CCS-Technologien“ werden sich entsprechend der vier Arbeitsgruppen auf vier Schwerpunkte konzentrieren:

  1. Dampfkraftwerke: Neue Materialien für Dampftemperaturen von 700 °C und Drücken bis 350 bar sollen in Langzeitversuchen getestet werden. So sollen die Wissenschaftler das Verständnis von Mikrostruktur und Langzeitstabilität verbessern. Notwendig ist auch die Herausbildung von Prüfverfahren für dickwandige Bauteile bei der Belastung in 700 °C-Kraftwerken. Weitere Aufgaben sind die Untersuchung einer optimierten Lebensdauer und Wartungsstrategie. Außerdem sollen brennstoffflexible Verbrennungssysteme weiterentwickelt werden.
  2. Gasturbinen- und Gas-und Dampfkraftwerke: Effiziente Kühlkonzepte und neuartige Wärmedämmschichten für Turbineneintrittstemperaturen von über 1.500 °C sollen die Forscher entwickeln. Ein optimiertes Zusammenspiel von Kühltechnik und Materialentwicklung strebt die AG an. Außerdem erforschen sie aerothermodynamischere Verdichter und Turbinen. Zudem soll ein erweitertes Brennstoffband, insbesondere für wasserstoffreiche Gase mit Blick auf eine Kopplung mit chemischen Speichern, möglich werden.

  3. CO2-Abscheidung: Die technologieoffene Erforschung der verschiedenen CCS-Technologien Post-Combustion und Oxyfuel im Pilot- und Demonstrationsmaßstab fördert die Bundesregierung. Teil der Erforschung soll insbesondere Carbonate Looping, Chemical Looping und membranbasierten Verfahren sein. Außerdem sind umwelt- und sicherheitsrelevanten Aspekten der unterschiedlichen Abscheidetechniken von Interesse.

  4. CO2-Transport und -Speicherung in Zusammenarbeit mit dem Bundesforschungsministerium: Das Speichern in unterschiedlichen geologischen Formationen soll untersucht werden. Außerdem fördert die Regierung die Erarbeitung von Informationssystemen für CO2-Speicher und Deckgesteine. Projektgruppen sollen Sicherheitskonzepte, großräumige Monitoring-Verfahren und Risikoanalysen erstellen. Auch Simulationen zur Ausbreitung des CO2 und des Langzeitverhaltens von CO2 im Untergrund unterstützt die Regierung. Ein weiteres Forschungsinteresse gilt den Auswirkungen von abscheidungsbedingten Zusatzstoffen im CO2-Strom auf Pipelines und Speicher (z.B. Korrosion, Carbonatbildung).

 

Das 6. Energieforschungsprogramm mit dem Kapitel "Kraftwerkstechnik und CCS-Technologien" steht zum Download bereit.