Standpunkt / 12.09.2014

Zwei Forscherinnen der AG Turbo im Interview

In einer aktuellen Publikation stellt die AG Turbo ihre Arbeit vor. Die Forschung an effizienteren Turbomaschinen innerhalb von COORETEC ist in der AG Turbo gebündelt. Die Forscherinnen Corina Höfler und Beate Wörz berichten, was sie an der Arbeit fasziniert.

Die Forschung der Arbeitsgemeinschaft Turbomaschinen (AG Turbo) ist eine Querschnittsaufgabe, die eng mit allen vier Arbeitsgruppen der Kraftwerksforschung (COORETEC) in Deutschland zusammenarbeitet. Bild: Martin Adam, AGTurbo
Corina Höfler arbeitet am Institut für Thermische Strömungsmaschinen des Karlsruhe Instituts für Technologie (KIT). Seit Dezember 2013 leitet sie die Forschungsgruppe Komponentenentwicklung.

KraftwerkForschung.info: Frau Dr. Höfler und Frau Wörz, woran arbeiten Sie zur Zeit?
Höfler:
Unser Institut entwickelt Komponenten und Strategien für eine höhere Effizienz und mehr Flexibilität von Gas- und Dampfturbinen. In meiner Arbeitsgruppe steht die Optimierung des Luft- und Ölsystems im Vordergrund. Konkret arbeiten wir zum Beispiel an neuen Dichtungskonzepten, um deren vorzeitigen Verschleiß und die Leckagen zu minimieren.
Wörz: Meine Kollegen und ich forschen an Kühlsystemen für Gasturbinenschaufeln. Wir wollen diese Systeme optimieren und die Modellierung noch stärker der Praxis nachbilden. Wir können mit leistungsstarken Simulationsprogrammen Geometrien im Rechner optimieren, ohne dafür kostenintensive Prototypen einsetzen zu müssen. Mit derartigen Instrumenten werden die Vorhersagen der tatsächlichen Strömungsverhältnisse in einer Turbine realitätsnäher und dies ermöglicht die Entwicklung verbesserter Maschinen.

KraftwerkForschung.info: Wie sind Sie zur Turbinenforschung gekommen?
Höfler:
Technik hat mich von Kindheit an fasziniert. Ich wollte verstehen, was sich hinter den Dingen verbirgt. Meine Eltern förderten dieses Interesse sehr. Nach dem Abitur war klar, dass meine Zukunft in der Technik liegt. Während des Studiums interessierten mich dann die Strömungsmaschinen und die Verbrennungstechnologien besonders. Die Kombination beider Themen sind die thermischen Turbomaschinen, mein jetziges Arbeitsgebiet.
Wörz: Auch bei mir lag der Schwerpunkt während der Schulzeit auf Naturwissenschaften und Technik. Niemand war überrascht, dass ich nach dem Abitur begann, Maschinenbau zu studieren. Im Verlauf des Studiums habe ich mich auf die Energietechnik und die Turbomaschinen als besonders vielseitiges Fachgebiet spezialisiert und bin dabei geblieben.

Beate Wörz arbeitet am Institut für Strahlantriebe und Turboarbeitsmaschinen an der Rheinisch-Westfaelischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH Aachen). Dort ist sie mit dem Schwerpunkt numerische Simulationen in der Arbeitsgruppe Kühlsysteme tätig und promoviert.

KraftwerkForschung.info: Was begeistert Sie an Ihrem Forschungsgebiet?
Höfler:
Bis heute fasziniert mich der komplexe Aufbau und die Leistung von Turbomaschinen. Die Technik beruht auf vielen verschiedenen physikalischen Effekten und unsere Aufgabe ist, diese aufeinander abzustimmen und deren Wechselwirkungen zu berücksichtigen. Mich motiviert, diesen Zusammenhängen auf den Grund zu gehen und die Stellschrauben zu bedienen, um die Maschinen noch besser zu machen. Als Mitarbeiterin einer Universität schätze ich auch die internationale Zusammenarbeit sehr. Oft komme ich von Veranstaltungen mit vielen neuen Ideen zurück.
Wörz: Für mich machen drei Aspekte den Hauptreiz aus: Das Zusammenwirken von Thermodynamik und Strömungsmechanik ist komplex und das Forschungsgebiet ist abwechslungsreich. Die enge Zusammenarbeit zwischen numerischer und experimenteller Forschung ermöglicht innovative Ansätze. Den offenen Gedanken- und Meinungsaustausch über Ländergrenzen hinweg erlebe auch ich als wertvolle Bereicherung meiner Arbeit.

 

Das Interview führte Uwe Milles.

Aktuelle Publikation

Turbomaschinen.
Schlüsselkomponenten für mehr Effizienz in der Energieversorgung (PDF 2,47 MB)