Aktuell / 16.06.2011

TU Bergakademie Freiberg: Neues Energie-Rohstoff-Zentrum

Auf der Baustelle des neuen Deutschen Brennstoff-Instituts Bergakademie zeigen die Freiberger Experimente. Bild: TU Freiberg

Ein neues Energie-Rohstoff-Zentrum in Freiberg wird die kohlendioxidarme Nutzung der Braunkohle in der chemischen Industrie fachübergreifend erforschen. Mit der Neugründung des Deutschen Brennstoff-Instituts als DBI-Bergakademie will die Technische Universität Freiberg an die lange Tradition der Kohleforschung in Sachsen anknüpfen.


Während der Gründungsveranstaltung des Deutschen Brennstoff-Instituts (DBI) weihten Politiker gemeinsam mit dem Rektor der TU Bergakademie Freiberg, Prof. Bernd Meyer, einen zweigeschossigen Bau im Institutsgebäude auf der Reiche Zeche ein. Der Bau bietet auf 1.400 Metern Nutzfläche Platz für Labors, Lager-, Unterrichts- und Büroräume.

 

Die ersten Nutzer des Gebäudes werden zwei interdisziplinäre Forschungseinrichtungen sein: das Deutsche Energie-Rohstoff-Zentrum (DER) und das Vorhaben „Virtuhcon“. Diese Abkürzung steht für virtuelle Werkzeuge zur Simulation von Hochtemperaturprozessen. Dadurch können Kohle, Öl und Gas effizienter genutzt werden und als Basis für chemische Produkte und Kraftstoffe dienen.

Kohle für Kunststoff

Das Energie-Rohstoff-Zentrum entwickelt Technologien, mit denen Kohlenstoffträger, wie Kohle und Biomasse, stofflich nutzbar gemacht werden können – etwa durch die Herstellung von wichtigen Basis-Chemikalien wie Methanol. Diese Stoffe können zur Produktion von Kunststoffen wie Polystyrol und PVC dienen. „Bisher werden diese Produkte nur aus Erdöl hergestellt. Wir wollen erforschen, wie man Braunkohle effizienter und kostengünstiger als Chemiegrundstoff einsetzen kann“, erklärte Rektor Meyer. Beide Spitzenforschungsprojekte sollen ihre Ergebnisse in die neu gegründete DBI-Bergakademie einfließen lassen.

 

Im neuen Kompetenzzentrum werden zwölf Professoren der TU Bergakademie Freiberg und ihre Mitarbeiter mitwirken. „Wir verstehen uns als das nationale Zentrum der kohlendioxidarmen Brennstoff- und Kohlenutzung. Unser Ziel ist, fachübergreifend die kohlendioxidarme Nutzung der Braunkohle als Grundstoff für die chemische Industrie des Post-Erdöl-Zeitalters zu erforschen“, so der Rektor. Kohle müsse als Chemierohstoff in das Bewusstsein rücken. Die DBI-Bergakademie will instituts- und fachübergreifend in enger Kooperation mit der Industrie zusammenarbeiten.

Aktuell geförderte Projekte: