Aktuell / 11.01.2011

Stromversorgung: Smarte Netze knüpfen

Ziele eines neuen Energiesystems. Bild: VDE

Mit dem Leuchtturmprojekt „E-Energy“ fördert das Bundeswirtschaftsministerium den Aufbau intelligenter Stromnetze. Mit der Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien soll das wachsende Stromangebot aus regenerativen und dezentralen Energiequellen mit der Stromnachfrage optimal in Einklang gebracht werden. Entsprechende Anwendungen werden in sechs E-Energy Modellregionen mit unterschiedlichen Schwerpunkten entwickelt und erprobt.


Den Stromnetzen kommt beim Ausbau der Erneuerbaren eine Schlüsselrolle zu. Der Umbau der vorhandenen Stromnetze zu einem intelligenten Versorgungssystem ist daher einer der Schwerpunkte der Bundesregierung. E-Energy geht einem breiten Spektrum an Fragen nach:

  • Welche Smart-Grid-Anwendungen wollen die Kunden?
  • Welche Rahmenbedingungen und Standards werden gebraucht?
  • Wie viel Datenschutz und Datensicherheit sind notwendig?
  • Was ist technisch machbar und was wirtschaftlich sinnvoll?

Inzwischen wirken mehr als 5.000 Teilnehmer an E-Energy-Projekte zur Erprobung der neuen Praxisanwendungen mit. Die verschiedenen Modellprojekte von E-Energy beleuchten unterschiedliche Facetten intelligenter Netze:

 

  • Modellstadt Mannheim: 200 Stromkunden können die Entwicklung der Energieversorgung der Zukunft mitgestalten. Seit Ende 2010 verfügen Testhaushalte über so genannte Energiebutler. Mit einer gezielten Verbrauchssteuerung sollen die bis zu 1.000 Nutzer so Geld sparen und gleichzeitig einen Beitrag für die Umwelt leisten.
  • Die eTelligence-Modellregion Cuxhaven bezieht gewerbliche und kommunale Großverbraucher in die Tests mit ein: Dazu zählen zum Beispiel große Kühlhäuser, von denen es in Deutschland über 40.000 gibt. Sie nehmen den Strom gezielt dann ab, wenn er von Windturbinen produziert wird. Die Abnehmer dienen so als Puffer und entlasten die Netze.
  • Die MeRegio-Modellregion Karlsruhe/Stuttgart setzt den Schwerpunkt auf ein Minimum an Emissionen. Ein Feldversuch mit fast 1.000 Kunden vollzieht den Ausgleich von Erzeugung und Verbrauch schon in der kleinsten Zelle - dem Haus oder dem Gewerbebetrieb. Das Projekt konnte bereits nachweisen, dass sich Kunden für neue Angebote interessieren und bereit sind, ihren Stromverbrauch anzupassen.
  • Regenerative Modellregion Harz: Hier wird ein Solar- und Windprognosesystem eingesetzt. Es kann den Betrieb einer großen Zahl dezentraler Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien sowie eines Pumpspeicherkraftwerks optimal mit den Verbrauchern abstimmen („Virtuelles Kraftwerk“). Trotz einer steigenden Anzahl von Windkraftanlagen wird so bis zum Jahr 2020 in dieser Region nach Einschätzung der Akteure kein Netzausbau notwendig sein. 
  • E-DeMa-Modellregion Rhein-Ruhr: Hier werden 20 Mikro-Blockheizkraftwerke installiert. Bei Bedarf können sie als dezentrale Kleinerzeuger zugeschaltet werden. Auf dem so genannten E-DeMa-Marktplatz können die Betreiber so bares Geld für ihre Besitzer verdienen. Über 1.000 IKT-Gateways erlauben es den Verbrauchern im Feldtest, aktiv am Marktgeschehen teilzunehmen. Der Stromkunde von heute wird bei E-DeMa zum „Prosumer“, also gleichzeitig zum Produzenten und zum Konsumenten.
  • SmartWatts-Modellregion Aachen: Das Projekt ist ein Beispiel für die Beteiligung kommunaler Versorgungsunternehmen. Mit Hilfe intelligenter Stromzähler werden rund 500 Verbraucher Auskunft darüber erhalten, aus welchen Quellen ihr Strom stammt und was er kostet. Der Stromverbraucher kann so die für ihn optimale Wahl treffen.

In einer ressortübergreifenden Partnerschaft fördert das Bundeswirtschaftsministerium das Projekt mit 40 Millionen Euro, das Bundesumweltministerium mit 20 Millionen Euro. Darüber hinaus steuert die Wirtschaft innerhalb der Modellprojekte weitere 80 Millionen Euro bei.

Aktuell geförderte Projekte: