Aktuell / 08.12.2011

Pilotanlage Niederaußem zur CO2-Wäsche geht in Langzeittest

Die CO2-Wäsche-Pilotanlage in Niederaußem ist direkt mit dem dortigen Braunkohlekraftwerk verbunden. Bild: RWE

Eine Abtrennungsrate von 90 Prozent, ein hoher Reinheitsgrad und ein reduzierter Energieeinsatz: Das sind die Ergebnisse des Forschungsprojekts zur CO2-Wäsche, das RWE Power, BASF und Linde gemeinsam betreiben. Die Pilotanlage, die seit 2009 im Innovationszentrum Kohle in Niederaußem in Betrieb ist, befindet sich bis Ende 2013 im Langzeittest.

 

Im Pilotbetrieb der CO2-Wäsche, die an das Braunkohlenkraftwerk Niederaußem angeschlossen ist, wurden in drei, jeweils halbjährlichen Testphasen zunächst unterschiedliche Waschmittel erprobt. Damit hat BASF ein optimiertes Lösemittel identifiziert. Das Ergebnis: Verglichen mit heute üblichen Prozessen lässt sich der Energieaufwand unter Einsatz des getesteten chemischen Lösemittels für die CO2-Abscheidung um etwa 20 Prozent senken. Daneben zeichnet sich das neue Waschmittel durch eine deutlich erhöhte Stabilität gegenüber Sauerstoff aus. Dadurch wird der Lösemittelverbrauch erheblich verringert.

Test des optimierten CO2-Absorbers

In der laufenden Testphase soll der CO2-Absorber – hier wird das CO2 vom Rauchgas getrennt – durch Linde baulich so optimiert werden, dass Kohlendioxid effektiver aus dem Rauchgas gewaschen werden kann. Verläuft der Versuch erfolgreich, könnten CO2-Absorber zum Beispiel für Großkraftwerke kleiner und damit kostengünstiger errichtet werden. Dafür wurden vier neue wabenähnliche Metallkonstruktionen, so genannte Hochleistungspackungen, eingebaut. Mit denen wird die Austauschfläche vergrößert und somit die Kontaktzeit zwischen Waschmittel und Kohlendioxid erhöht. Zuletzt bauten Ingenieure von RWE Power und Linde den CO2-Absorber um. In diesem Anlagenteil wird das Kohlendioxid vom Rauchgas getrennt.


Die Ergebnisse aus der Langzeiterprobung sollen Erkenntnisse für den großtechnischen Einsatz der CCS-Technologie bringen. Insgesamt werden sechs Millionen Euro investiert. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie fördert das Vorhaben mit rund 4,5 Millionen Euro. Schon beim Projektstart 2007 hatte das Ministerium die Bedeutung des Vorhabens durch Fördermittel in Höhe von vier Millionen Euro unterstrichen.

 

Aktuell geförderte Projekte: