Aktuell / 12.10.2012

Peer Energy Cloud: Strommarkt im Gleichgewicht halten

Die Stromnetze sollen im Zuge der Energiewende weitere Funktionen übernehmen. Bild: Erich Westendarp, Pixelio.de

Die Erzeugung, der Transport und der Verbrauch von erneuerbarer Energie sollen besser vernetzt werden. Als Kernelement der Energiewende gelten intelligente Stromnetze, sogenannte Smart Grids. Das Forschungsprojekt „Peer Energy Cloud“ untersucht, wie sich die dezentrale Stromerzeugung mit lokalen Peer-to-Peer-Energienetzen umsetzen lässt.


Die Idee: Strom wird nicht mehr nur durch den aktuellen Verbrauch gesteuert, sondern auch über sogenannte Smart Micro Grids. Darin schließen sich Verbraucher und lokale Erzeuger zusammen und handeln auf dem virtuellen Bürgermarktplatz mit dem privat erzeugten Strom.

 

Glasfaserkabel für die Datensicherheit


Der virtuelle Marktplatz als Handelsdrehscheibe für den erzeugten Strom wird auf einer Cloud-Plattform im Internet realisiert. Weil der erzeugte Strom auch vor Ort verbraucht wird, kann das übergeordnete Stromnetz entlastet werden. Damit reduzieren sich Netzschwankungen und Investitionen in zusätzliche Stromnetze. Um die Daten des erzeugten Stroms und den Strombedarf in Echtzeit abbilden zu können, werden die Wohneinheiten mit Glasfaserkabeln verbunden. Mit Datenschutzprofilen, Verschlüsselung und Anonymisierung werden die persönlichen Daten der Teilnehmer vor unberechtigten Zugriffen geschützt.


„Erst die intelligente Verknüpfung von Smart Home, Smart Grid und Smart Markets schafft den notwendigen Durchbruch für eine intelligente Energieverteilung auf allen Ebenen und bietet genügend Anreize für alle Teilnehmer”, sagt Holger Kirchner, leitender Forschungsdirektor der am Projekt beteiligten Seeburger AG. Durch die Aufteilung des Netzes in Zellstrukturen auf der Ebene von smarten „Micro Grids“, die die Balance der erzeugten und der verbrauchten Energie intelligent verteilt, werde eine Betriebs- und Versorgungssicherheit für dezentrale Strukturen möglich. Dabei sei die vollständige Integration von allen Systemkomponenten entscheidend für den Erfolg.


Am Forschungsprojekt „Peer Energy Cloud“ sind das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die AGT Germany, die Seeburger AG und die Stadtwerke Saarlouis beteiligt. Das Projekt zählt zu den zwölf Gewinnern des Technologie- und Förderwettbewerbes „Trusted Cloud“. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Projekt noch bis 2014.

Hintergrund

Im BINE-Projektinfo „Das Stromnetz wird interaktiv“ (07/2011) geht es um intelligente Zähler, sogenannte Smart Meter, die den Einstieg in ein interaktives Netz ermöglichen.