Aktuell / 13.06.2011

Ketzin: Speicherversuch mit Kohlendioxid aus einem Kraftwerk

Per LKW wurden 1.500 Tonnen flüssiges Kohlendioxid transportiert. Bild: Vattenfall

Das Deutsche GeoForschungsZentrum hat erstmals in Deutschland Kohlenstoffdioxid aus einem Kraftwerk unterirdisch gespeichert. An dem Pilotstandort im brandenburgischen Ketzin haben die Forscher für sechs Wochen rund 1.500 Tonnen industriell abgeschiedenes CO2 injiziert.

 

Seit Juni 2008 haben die Forscher in Ketzin Kohlenstoffdioxid unterirdisch gespeichert, das für die Lebensmittelproduktion geeignet ist. Nun haben die Forscher sechs Wochen lang abgeschiedenes CO2 des Kraftwerks Schwarze Pumpe ist in Ketzin eingelagert. Die Auswertung ist in Gange.

 

„Das jetzt eingesetzte CO2 aus Schwarze Pumpe hat mit über 99,7 Prozent  einen hohen Reinheitsgrad, enthält aber geringe Spuren der im Kraftwerksbetrieb anfallenden Beimengungen anderer Gase“, erklärt Dr. Michael Kühn, Leiter des Zentrums für CO2-Speicherung am GFZ in Potsdam. Es ist ein weiterer Schritt bei der Untersuchung der Injektion und Speicherung von CO2 aus technischen Prozessen und der Umsetzung der gesamten CCS-Technologiekette (Carbon Capture and Storage) aus Abscheidung, Transport und Speicherung.

 

Michael Kühn betont: „Wir untersuchen, ob die geologische Speicherung des Treibhausgases eine Option für die Reduktion der CO2-Emissionen ist. Sicherheit für Mensch und Natur stehen dabei für uns an erster Stelle. Deshalb erforschen wir die Wechselwirkung zwischen Gestein, Gas und technisch bedingten Gasbeimengungen zunächst mit solch geringen Mengen.“ Es handelt sich dabei im Wesentlichen um Schwefel- und Stickstoffverbindungen, die beim Abtrennen des Kohlendioxids anfallen.

Grundlagenforschung zur Speicherung

Seit Juni 2008 haben die Forscher in Ketzin Kohlenstoffdioxid gespeichert, das für die Lebensmittelproduktion geeignet ist. Diese mehr als 50.000 Tonnen CO2 haben einen Reinheitsgrad von mehr als 99,9 Prozent. „Unsere bisherigen Arbeiten am Standort Ketzin haben fundamentale Erkenntnisse zum Injektionsprozess selbst, zum Ausbreitungsverhalten des CO2 im Speichergestein sowie zur Entwicklung, Erprobung und Validierung verschiedener Überwachungsmethoden geliefert“, sagt Kühn.

Die Versuchsanlage der Vattenfall Europe AG am Kraftwerk Schwarze Pumpe ist derzeit die einzige Anlage, die industriell abgetrenntes Kohlendioxid liefern kann. Sie wurde im September 2008 in Betrieb genommen und liefert seither auf Basis des Oxyfuel-Verfahrens Ergebnisse für die Forschung und Entwicklung im Bereich der CO2-Abscheidung im Kraftwerksprozess.

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