Standpunkt / 16.09.2010

Kather: Deutschland braucht Stromerzeugung aus Kohle

Prof. Dr. Alfons Kather ist Leiter des Instituts für Energietechnik an der TU Hamburg Harburg und Sprecher der COORETEC-Initiative des BMWi. Bild: TU Hamburg Harburg

Prof. Dr. Alfons Kather, Leiter des Instituts für Energietechnik an der TU Hamburg Harburg und Sprecher der COORETEC-Initiative des BMWi:

 

Der starke Zubau erneuerbarer Energien in den Jahren 2000 bis 2006 reichte nicht aus, um den in dieser Zeit in Deutschland entstandenen zusätzlichen Strombedarf abzudecken. Um darüber hinaus die Stromerzeugung aus Kernenergie durch erneuerbare Energien zu ersetzen, muss die jährliche Zuwachsrate der Stromerzeugung aus regenerativen Energien daher deutlich ansteigen.

 

Die erneuerbaren Energien werden somit zunächst nicht zum Ersatz kohlebefeuerter Kraftwerke zur Verfügung stehen, sodass in Deutschland in den nächsten 20 Jahren die Stromerzeugung aus Kohle kaum reduziert werden kann. Um die CO2-Emissionen dennoch zu senken, müssen zum einen alte Kohlekraftwerke durch neue mit höheren Wirkungsgraden und somit geringeren CO2-Emissionen ersetzt werden. Da dies jedoch nicht ausreicht, um die gesetzten CO2-Emissionsminderungsziele zu erreichen, müssen zum anderen Technologien zur Abtrennung und Speicherung des CO2 eingeführt werden. Darüber hinaus werden kohlebefeuerte Kraftwerke auch zur Absicherung der fluktuierenden Stromerzeugung aus Wind und Sonne benötigt, sodass ihr Betrieb über das Jahr 2030 hinaus notwendig sein wird.

 

Prof. Dr. Alfons Kather

Leiter des Instituts für Energietechnik an der TU Hamburg Harburg und Sprecher der COORETEC-Initiative des BMWi. Themenschwerpunkte sind u. a. die CO2-Emissionsminderung bei fossil gefeuerten Kraftwerken und optimierende Maßnahmen an Kraftwerksblöcken.