Projekt-Cluster

Internationale Zusammenarbeit

Mitglieder des Treibhausgas-Forschungsprogramms der Internationalen Energieagentur ©IEA

Derzeit werden weltweit erhebliche Forschungsaktivitäten unternommen, um einen baldigen Einsatz von Techniken zum Abtrennen und Lagern von CO2 zu ermöglichen (CCS-Technologien). Neben den nationalen und internationalen Forschungsprogrammen sind für den wissenschaftlichen Diskussionsprozess Netzwerke mit großer Sichtbarkeit installiert worden. Bei den internationalen Netzwerken ist auf die Aktivitäten der Internationalen Energieagentur (IEA) im Rahmen ihrer Implementing Agreements, des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) und auf das Carbon Sequestration Leadership Forum (CSLF) hinzuweisen. Sie stellen internationale Plattformen dar, mit deren Hilfe die Ausrichtung und Bündelung von Forschungsarbeiten und der wissenschaftliche Informationsaustausch gewährleistet werden. Zusätzlich hat sich auf Initiative von Europäischer Kommission, Industrie, Wissenschaft und Nicht-Regierungsorganisationen die European Technology Platform for Zero Emission Fossil Fuel Power Plants (ZEP) gebildet, die ein EU-Programm zur Demonstration von CCS entworfen hat.

 

COORETEC als Initiative der Bundesregierung ergänzt die Initiativen, die auf europäischer und internationaler Ebene begonnen wurden. Die Arbeiten in der Förderinitiative werden mit der Umsetzung der Strategic Research Agenda der „Zero Emission Technology Platform“ (ETP-ZEP) und mit den Arbeiten des „Carbon Sequestration Leadership Forums“ (CSLF) abgestimmt. Dadurch werden Synergieeffekte genutzt. Ein weiteres Bindeglied zur Zusammenarbeit zwischen verschiedenen europäischen Ländern mit nationalen Forschungsprogrammen zur CCS-Technologie ist das ERA-NET „Fossil Energy Coalition“ (FENCO).

 

Im Einzelnen gilt es die deutschen Interessen in den Implementing Agreements (IA) des „Greenhouse Gas R&D Programme" (GHG) sowie des "Clean Coal Centre" (CCC) der International Energy Agency (IEA) zu vertreten. Ferner werden das Bundeswirtschaftsministerium sowie industrielle und wissenschaftliche Fachbereiche über Erkenntnisse aus den Implementierungsvereinbarungen (IA) informiert.

Forschungsvorhaben im Projektcluster

Wissenschaftliche Begleitung des Implementing Agreements "Greenhouse Gas R&D Programme" der internationalen Energieagentur (IEA)

Forschende Organisation: Forschungszentrum Jülich - Institut für Energieforschung - Systemforschung und Technologische Entwicklung (IEK-STE)
Förderkennzeichen: 03ET2024
Projektlaufzeit: 12/2010 - 06/2012 (abgeschlossen)

 

Wissenschaftliche Begleitung des Implementing Agreement "Clean Coal Centre" der Internationalen Energieagentur (IEA)
Forschende Organisation: Forschungszentrum Jülich GmbH - Programmgruppe Systemforschung und Technologische Entwicklung (STE)
Förderkennzeichen: 0327734C
Projektlaufzeit: 10/2007 - 12/2012 (abgeschlossen)

Übersicht über internationale Netzwerke

 

Umsetzungsabkommen der Internationalen Energieagentur

 

IEA Greenhouse Gas R&D Programme (IEAGHG) und IEA Clean Coal Centre gehören zu den Umsetzungsabkommen (Implementing Agreement) der Internationalen Energieagentur (IEA). Die Umsetzungsabkommen sind eine Kooperationsform der IEA, die eine Zusammenarbeit zwischen den OECD-Mitgliedsstaaten und OECD-Nichtmitgliedern bei der Entwicklung innovativer Energietechnologien ermöglicht. Die Mitgliedschaftsstruktur der Umsetzungsabkommen erlaubt außerdem eine Zusammenarbeit zwischen Regierungen und Unternehmen. Während der Status des Vertragspartners (Contracting Party) den Regierungen, Europäischen Gemeinschaften und ihren Vertretern vorbehalten ist, können Privatorganisationen und Nicht-Regierungsorganisationen als Sponsoren (Sponsor) den Umsetzungsabkommen beitreten. Sowohl IEAGHG als auch Clean Coal Centre betreiben selbst keine originäre Forschung und Entwicklung sondern führen das international vorhandene Wissen in Form von Berichten und Experten-Netzwerken zusammen. Begleitung von Technologiedemonstrationsprojekten sowie Fachkonferenzen und Workshops gehören zu den weiteren Aufgaben.

 

IEA Clean Coal Centre

Das Clean Coal Centre wurde 1975 gegründet und zählt zu den ältesten IEA Umsetzungsabkommen. Gegenwärtig nehmen an der Arbeit des Clean Coal Centre 13 Vertragspartner und 13 industrielle Sponsoren teil (Übersicht der Mitgliedschaften). Deutschland trat dem Programm im Zusammenhang mit den COORETEC-Aktivitäten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) im Jahre 2005 bei und ist seitdem als Contracting Party in IEACCC vertreten. Das Clean Coal Centre beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den Fragestellungen, die aus dem Bereich der Kohleverstromung resultieren. Die wichtigsten Arbeitsergebnisse des Clean Coal Centre werden in Form von technischen Berichten veröffentlicht. Im Jahre 2010 hat IEA CCC die Ergebnisse folgender neuer Studien zur Verfügung gestellt:

  • Flexible operation of coal-fired power plant with CO2 capture (CCC/160)

  • Coal use in the new economies of China, India and South Africa (CCC/161)

  • Capture and storage of CO2 with other air pollutants (CCC/162)

  • Developments in China's coal-fired power sector (CCC/163)

  • Prospects for coal and clean coal technologies in Vietnam (CCC/164)

  • Prospects for coal and clean coal technologies in Thailand (CCC/165)

  • Injection of coal and waste plastics in blast furnaces (CCC/166)

  • Reducing carbon-in-ash (CCC/167)

  • Oxyfuel combustion of pulverised coal (CCC/168)

  • Flue gas treatment for CO2 capture (CCC/169)

  • Non-calcium desulphurisation technologies (CCC/170)

  • Prospects for coal and clean coal technologies in Malaysia (CCC/171)

  • Propensity of coal to self-heat (CCC/172)

  • Prospects for coal, CCTs and CCS in the European Union (CCC/173)

  • Microbial methane from carbon dioxide in coal beds (CCC/174)

 

Das Clean Coal Centre pflegt die folgenden Datenbanken, die Informationen zu unterschiedlichen Aspekten der Kohlenutzung und dem Einsatz der CO2-Reduktions-Technologien in Kohlekraftwerken bieten.

 

Coal Abstracts

Die monatlich aktualisierte Datenbank beinhaltet über 230.000 Auszüge aus Kohle-relevanter Literatur. Über die Zugangsbedingungen erfahren Sie hier.

 

Coal Power

Die regelmäßig aktualisierte Datenbank enthält Informationen zu den weltweit operierenden, in Bau befindenden und geplanten Kohlekraftwerken.

 

Coal Online

Die kostenfrei recherchierbare Datenbank bietet Informationen zu Technologien der Kohlenutzung. Die Informationen basieren auf technischen Berichten der IEACCC.

 

Coal Meetings

Die kostenfrei recherchierbare Datenbank enthält eine Übersicht der gegenwärtig bekannten Veranstaltungen mit dem Schwerpunkt Kohle.

 

Im zweijährigen Turnus veranstaltet IEACCC eine Konferenz „International Conference on Clean Coal Technologies“. Die letzte Konferenz aus dieser Reihe CCT2011 fand im Mai 2011 in Zaragoza, Spanien, statt.

 

IEA Greenhouse Gas R&D Programme

Das Umsetzungsabkommen IEAGHG der Internationalen Energieagentur (IEA) wurde 1991 gegründet. Gegenwärtig besteht IEAGHG aus 21 Vertragspartnern einschließlich der Europäischen Kommission und der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und 19 industriellen Sponsoren (Übersicht über Mitgliedschaften). Deutschland trat dem Programm im Zusammenhang mit den COORETEC-Aktivitäten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) in 2005 bei. Zur Zeit erforscht IEAGHG die Potenziale zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen durch innovative Energietechnologien mit dem Schwerpunkt auf CO2-Abtrennung und Speicherung. Die Arbeitsergebnisse des IEAGHG werden in Form von technischen Berichten veröffentlicht. Darüber hinaus koordiniert IEAGHG eine Reihe von internationalen Forschungsnetzwerken. Gegenwärtig sind folgende Forschungsnetzwerke aktiv:

  • Biofixation Network

  • CO2 Capture Network

  • Monitoring Network

  • Oxy-Fuel Combustion Network

  • Risk Assessment Network

  • Wellbore Integrity Network

  • Modelling Network

  • High Temperature Solid Looping Cycles Network

  • Social Research Network

  • verbundene Netzwerke: CO2 GeoNet, CO2NET, EuroGeoSurveys, eurogif.

 

IEAGHG unterstützt angewandte FuE- und Pilotprojekte im Bereich CCS. Insgesamt wurden die folgenden Projekte von IEAGHG begleitet: DYNAMIS, Weyburn, RECOPOL, Otway Basin Pilot Project, SACS/CO2STORE, CO2REMOVE, CO2SINK, MOVECBM.

 

Im Jahre 2010 hat IEA GHG die Ergebnisse folgender neuer Studien und internationaler Forschungsnetzwerke zur Verfügung gestellt:

  • Workshop on Operating Flexibility of Power Plants with CCS (2010/01)

  • International Network for CO2 Capture: Report on 12th Meeting (2010/02)

  • Corrosion and selection of materials for carbon capture Injection Strategies for CO2 Storage Sites (2010/03)

  • Injection Strategies for CO2 Storage Sites (2010/04)

  • 2nd Meeting of the Geological Storage Modelling Network (2010/06)

  • 1st Social Research Network Meeting (2010/09) 

  • 6th Meeting of the Wellbore Integrity Network (2010/10)

  • Workshop on Environmental Impact of Amine Emissions during Post-Combustion Capture (2010/11)

  • Development of a Global CO2 Pipeline Infrastructure (2010/13).

 

Bei Interesse an den Ergebnissen der aufgeführten Berichte wenden Sie sich bitte an das Institut für Energieforschung - Systemforschung und Technologische Entwicklung (IEF-STE)