Pressemitteilung / 07.07.2010

COORETEC-Strategiepapier: Lastflexibilität ist Schwerpunkt

Modernisierte Turbinenschaufeln sind ein Weg die Lastflexibilität von Kraftwerken zu erhöhen. Bild: Siemens


Durch die fluktuierende Stromerzeugung regenerativer Energien werden immer höhere Anforderungen an die Lastflexibilität thermischer Kraftwerke gestellt. Lastflexibilität, Lastfolgemanagement sowie das Teillastverhalten von Kraftwerken waren daher bestimmende Themen in der Sitzung des COORETEC Beirats am 07.07.2010. Der Beirat hat hierzu ein Strategiepapier verabschiedet.


Mit dem zunehmenden Einsatz der fluktuierenden Stromerzeugung aus Windenergie- und Photovoltaikanlagen wird die Häufigkeit von Lastwechseln für fossil befeuerte Kraftwerke in den nächsten Jahren zunehmen. Laut COORETEC-Beirat müssen diese Anforderungen in Zukunft auch von den mit CO2-Abtrennungsanlagen ausgerüsteten Kraftwerken erfüllt werden. Hier bestünden große Herausforderungen für die Entwickler von Turbinen und Dampferzeugern. Bei der Auslegung von Komponenten muss die Lastwechselfähigkeit sowie die Wahl der richtigen Werkstoffe verstärkt berücksichtigt werden.


Die Mitglieder des Beirats erklären, dass eine wichtige Randbedingung für die großtechnische Umsetzung und den kommerziellen Betrieb zukünftiger Kraftwerke mit CO2-Abtrennungsanlagen sei, dass sie flexibel auf Laständerungen reagieren und in Teillast betrieben werden können. Dies ist bei fossil befeuerten Anlagen ohne CCS (engl. Carbon Capture Storage) üblich. Es sei sogar denkbar, dass bestimmte Technologien zur CO2-Abtrennung die Lastflexibilität von Kraftwerken erhöhen können. Aus diesem Grund empfiehlt der COORETEC-Beirat, vertieft zu den Themen „Verbesserung der Lastflexibilität von Anlagen und deren Komponenten“, „An- und Abfahrvorgänge“ sowie „Laständerungsverhalten von Kraftwerken“ zu forschen. 


Zusätzlich zur Steigerung der Effizienz von Dampf- und Kombikraftwerken in Teillast soll die Integration von Kraftwerken in zukünftige Energieinfrastrukturen berücksichtigt werden. Hierzu zählen die Energiespeicherung, zum Beispiel durch Druckluftspeicherkraftwerke, Wärmespeicher, Batteriesysteme etwa in Elektrofahrzeugen oder die Erzeugung von Wasserstoff, Methan oder Synthesegasen, aber auch Aspekte der Netzstabilität und neue Netzstrukturen wie Smart Grids oder Demand Side Management.