Aktuell / 07.05.2012

COORETEC: Flexibel hoch fünf

Die neuen Sprecher der Arbeitsgruppen wollen den Forschungsbedarf priorisieren (v.l.n.r.): Günter Scheffknecht (Uni Stuttgart), Thomas Porsche (Vattenfall), Bernd Meyer (TUBA Freiberg), Manfred Aigner (DLR), Dirk Goldschmidt (Siemens), Alfons Kather (Sprecher der Beirats, TU Hamburg-Harburg), Sven Asmus (RWE), Dietmar Keller (RWE), Armin Schimkat (Alstom), Peter Radgen (E.ON) und Frank Schilling (KIT).

 

Ende 2011 haben sich im Bundeswirtschaftsministerium in Bonn 31 Forscher aus Wirtschaft und Wissenschaft zum neuen COORETEC-Beirat zusammengefunden, der ab dem Jahr 2012 helfen soll, die Forschung und Entwicklung von CO2-Reduktionstechnologien zu koordinieren. Für die seit 2004 laufende COORETEC-Initiative stellt das BMWi im Förderbereich „Kraftwerkstechnologien und CCS“ zukünftig rund 20 Millionen Euro pro Jahr bereit. In fünf Arbeitsgruppen geht es um Forschungsprojekte für effiziente, flexible und emissionsarme Kraftwerksprozesse und dazugehörige, optimale Turbomaschinen. Ende April 2012 hat der Beirat seine Aufgaben und Zielsetzungen formuliert.

 

Alle Förderinitiativen richten sich am neuen 6. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung vom August 2011 aus. Sie sollen die führende Position deutscher Unternehmen bei modernen Energietechnologien ausbauen und drittens technologische Optionen sichern und erweitern. Die Forschung an thermischen Kraftwerken bietet eine Reihe von Perspektiven, die flexibel die erneuerbaren Energien ergänzen können und kostengünstig zu einer stabilen Energieversorgung beitragen.

Forschungsziele als Brücke der Energiewende

Diese Forschungsziele verfolgen die fünf Arbeitsgruppen (AGs):

  • Die AG 1 will in „Gas-, Kombi- und Dampfkraftwerken“ unter anderem die Startzeiten für Dampfturbinen verkürzen, die technische Mindestlast senken und Biomassezufeuerung erforschen.
  • Die AG 2 behandelt die „Vergasung kohlenstoffhaltiger Energieträger“ in Kraftwerken und entwickelt auch Prozesse für die chemische Industrie (Polygeneration).
  • Die AG 3 behandelt Technologien, die Kohlendioxid in Kraftwerken abtrennen und abtransportieren – ergänzt um die Speicherentwicklung in der AG 4 als Teil des Geotechnologien-Programms des Bundesforschungsministeriums.
  • Für alle vier Arbeitsgemeinschaften entwickelt die AG Turbo optimierte Turbomaschinen, wie Turbinen für Gas oder Dampf sowie Kompressoren.

Der gesamte Beirat richtet seine Arbeit an den Gesamtprozessen für die Kraftwerke der Zukunft aus. Insbesondere soll eine flexiblere Fahrweise der thermischen Kraftwerke möglich werden. Nach dem Treffen des Beirats Ende April 2012 hat der Beirat seine Aufgaben und Zielsetzungen veröffentlicht.

Aufgaben und Zielsetzungen des COORETEC-Beirates 2012

Mit der Verabschiedung des neuen Energieforschungsprogramms der Bundesregierung im August 2011 hat sich der Beirat zur Forschungs- und Entwicklungsinitiative COORETEC im Bundeswirtschaftsministerium neu konstituiert. COORETEC steht für CO2-Reduktions-Technologien.

 

Der Beirat unterstützt die Bundesregierung bei der effizienten und zielgerichteten Umsetzung des Energieforschungsprogramms im Bereich effizienter, flexibler und umweltfreundlicher Kraftwerkstechnologien. Er bewertet neue Ideen, gibt Empfehlungen zu Potenzialen, Kosten und Risiken von technologischen Ansätzen und macht Vorschläge für effiziente Formen der Zusammenarbeit der relevanten Akteure. Dabei werden neben dem Energieforschungsprogramm auch die Förderprogramme auf Länder-, EU- oder internationaler Ebene einbezogen.

 

Die im Energieforschungsprogramm verfolgten zentralen Zielsetzungen wie:

  • die Umsetzung der energiewirtschaftlichen und klimapolitischen Vorgaben der Bundesregierung,
  • der Ausbau der führenden Position der deutschen Wirtschaft und der Wissenschaft auf dem Gebiet moderner Energietechnologien und
  • die Sicherung bzw. die Erweiterung von technologischen Optionen zur Verbesserung der Flexibilität der Energieversorgung als wichtigen Beitrag zu einer gesamtwirtschaftlichen Risikovorsorge, haben wesentlichen Einfluss auf den Forschungsbereich moderner Kraftwerks- und CCS-Technologien.

 

Das betrifft beispielsweise das von der Bundesregierung für das Jahr 2050 angestrebte Ziel einer zu 80 Prozent auf regenerativen Energien beruhenden Stromversorgung. Dieser Anteil wird tageszeitlich-, saisonal- oder witterungsbedingten Fluktuationen unterworfen sein und muss – zusätzlich zu Maßnahmen, wie der Speicherung, dem Netzausbau oder dem Verbrauchsmanagement – durch eine planbare bedarfsgerechte Stromerzeugung ergänzt werden. Die konventionellen Kraftwerke stellen dabei einen wichtigen Partner der Erneuerbaren Energien dar, da sie in der Lage sind, disponibel Leistung zur Verfügung zu stellen. Diese Perspektiven bieten fossile Kraftwerke.