Aktuell / 24.08.2011

Bundesregierung: Neue Weichenstellung nach Energiewende

Die FuE-Initiative COORETEC hat eine neue Struktur. Die Arbeitsgruppe 4 kooperiert mit CO2-Speicherprojekten des GEOTECHNOLOGIEN-Programms. Bild: BMWi

Die Bundesregierung will in den kommenden Jahren Forschung fördern, die zu "einer umweltschonenden, zuverlässigen und bezahlbaren Energieversorgung" beiträgt. Das neue 6. Energieforschungsprogramm sieht vor, das Jahresvolumen der Fördergelder der Bundesregierung bis 2014 auf eine Milliarde Euro zu steigern.

Gegenwärtig entstehen fast 60 Prozent des Stroms in Deutschland in Kraftwerken, die fossile Energieträger verbrennen. Im Jahr 2050 sollen es nur noch 20 Prozent sein. Zeitgleich soll der Stromverbrauch der Deutschen um ein Viertel sinken. Weltweit erwartet man dagegen stetig steigende Verbräuche. Prognosen schätzen, dass 2050 global zwischen der Hälfte und zwei Dritteln des Stroms aus fossile Quellen stammen wird.

 

Die Bundesregierung will in den kommenden Jahren sowohl die Weiterentwicklung emissionsarmer Technologien für den Weltmarkt unterstützen als auch mit einem flexiblen Kraftwerkspark den Ausbau der regenerativen Kraftwerke ermöglichen.

Angepasste Forschungsschwerpunkte in der Energietechnik

Seit 2004 hat die Bundesregierung im Förderbereich „Kraftwerkstechnik und CCS-Technologien“ über 300 Projekte mit rund 180 Millionen Euro ermöglicht. CCS steht dabei für „Carbon Capture and Storage“ – zu Deutsch: „Abscheiden und Speichern von Kohlendioxid (CO2)“.

 

Die Forschungs- und Entwicklungsinitiative COORETEC (CO2-Reduktions-Technologien) des Bundeswirtschaftsministeriums wird in den kommenden Jahren bewährte und neue strategische Zielsetzungen verfolgen. Dr. Arne Höll betreut im Wirtschaftsministerium die Energieforschung für fossile Kraftwerke: „Moderne und zukunftsfähige Kraftwerke sind komplexe Systeme, in denen Hochtechnologien – wie Gasturbinen, Hochleistungswerkstoffe oder Anlagen zur Reduktion von Schadstoffemissionen – zusammen wirken. Die Entwicklung solcher Kraftwerke soll mit COORETEC weiter vorangebracht werden."

 

Die Forschungsinitiativen sollen einzelne Kraftwerkskomponenten und den Gesamtprozess der Energieumwandlung weiterentwickeln. Dabei stellen insbesondere die Schwankungen im Netz durch den Zuwachs von erneuerbaren Energien, Anforderungen an die Kraftwerkstechnik, so Höll: "Auch die Integration der Kraftwerke in das Energieversorgungssystem von morgen setzt hohe Anforderungen. Das betrifft die Einbindung in neue Netzstrukturen und das Zusammenspiel mit Speichertechnologien, aber auch das Aufrechterhalten der Systemstabilität bei dezentraler und volatiler Stromereinspeisung." Um diese Herausforderungen zu meistern, wird die Forschungsintensive COORETEC umstrukturiert.