Standpunkt / 16.06.2011

Alstom-Studie: "Abscheiden von Kohlendioxid ist wettbewerbsfähig"

Philippe Joubert ist Vorstandsvorsitzender von Alstom Power. Bild: Alstom

„Wir sind jetzt überzeugt, dass die Technologie zur Kohlendioxidabscheidung funktioniert und kosteneffektiv ist“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Alstom Power, Philippe Joubert, auf der PowerGen Europe in Mailand. Auf der Konferenz legte er Ergebnisse einer Studie vor, die auf Grundlage von 13 Pilot- und Demo-Projekten des Unternehmens durchgeführt und von unabhängigen Experten bestätigt wurde.

 

Die Stromkosten eines kohlebefeuerten Kraftwerks mit CCS-Ausrüstung liegen laut Alstom-Studie in Abhängigkeit des Brennstoffs sowie des Standorts zwischen 6,5 und 8,5 Eurocent je Kilowattstunde. Die verwendete Abscheidetechnik soll ab 2015 kommerziell verfügbar sein. Alstom verspricht, dass 90 Prozent des ausgestoßenen CO2 damit abgeschieden werden. Die Kosten seien im Vergleich zu Strom, der aus erneuerbaren Energien erzeugt wird, bereits wettbewerbsfähig, so Joubert. Zudem verbessere sich die Kostensituation im Laufe der Jahre mit zunehmender Ausreifung der CCS-Technologie, meinte der Vorstandsvorsitzende. Dieselbe Schlussfolgerung gelte auch für gasbefeuerte Kraftwerke, die CCS einsetzen.

Langer Atem für weniger Abgas

Nach zehnjähriger Entwicklungszeit kann die CCS-Technologie nach Einschätzung von Alstom nun großräumig genutzt werden. Derzeit entstehe ein neuer Weltmarkt, auf dem Europa dank seiner Technologieführerschaft, vorteilhaft positioniert sei. Philippe Joubert fügte hinzu: „Dies ist ein entscheidender Moment für die Beteiligten im europäischen Energiesektor, sei es in der Industrie oder in der Politik, wenn sie sich selbst aktiv als führend im Bereich der dekarbonisierten fossilen Brennstoffe positionieren wollen. Dieser Bereich hat ein erhebliches Potenzial.“

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